Der IFA+ Summit 2017: Zwischen AI, VUIs & Connected Home

Durchschnittlich nutzen Smartphonenutzer 150 Mal pro Tag ihr Smartphone. Dabei entspricht die Anzahl internetfähiger Endgeräte der Anzahl aller Menschen auf der Welt. Mit diesen Worten begann in Halle 26 – Der Halle der Innovationen – nach einem Labyrinth von Roboter- 3D-Drucker- und Kaffeemaschinenständen versteckt hinter roten Vorhängen die IFA+ Summit. Hier treffen Experten und Visionäre aus Europa, Kanada, den USA und Asien aufeinander um über die Megatrends und globalen Herausforderungen der Digitalisierung, allen voran der künstlichen Intelligenz, dem Internet der Dinge, Virtual und Augmented Reality und Smart Home, zu sprechen. Eine kleine Zusammenfassung:

Welcome to the Age of Prediction.

Die mobile Welt ist nicht mehr nur auf das Smartphone beschränkt. Die Digitalisierung birgt ein unglaubliches Potential, das jedoch nicht mal ansatzweise komplett ausgeschöpft ist. Dabei liegt das größte Problem in der Passivität der Geräte. Genau hier muss künstliche Intelligenz ansetzen. „Die AI von Morgen muss die Faktoren erkennen, die Entscheidungen eines Menschen vorhersagen können: Stress, Interesse, Aufregung, Fokus, Entspannung und Engagement.“ So Erica Warp, Neuroscientist und Entrepreneur von KizoomLabs, Brain-Augumented Technology. Dies geschieht mehr und mehr über immer komplexere Sensoren und kluge Algorithmen, die User-Verhalten tracken und via App Verbesserungsvorschläge geben, Entscheidungsfindungen vereinfachen und optimieren, uns energieeffizienter und kostensparender arbeiten und leben lassen.

Dr. Gregory Grefenstette von Biggerpan überzeugte mit seinem visionären Vortrag über künstliche Intelligenz im Innovation Slam: „Maschinen werden immer vorausschauender und so wird predictive AI die Mensch-Maschinen Interaktion radikal verändern.“ Damit räumte er den ersten Platz ab, gefolgt von Slams zu VR und Chatbots – alles Themen, die den Tenor der Veranstaltung ausmachten.

Das beste Interface ist gar kein Interface.

Der Überzeugung ist auch Fabrice Rousseau, General Manager Europe Alexa Skills & Voice Service: "We ask humans to adapt to technology, rather than adapt tech to humans. Voice UIs change that." Das war eine ganz schöne Überraschung für mich, als ich da inmitten internationalem Publikum saß und der von uns entwickelte Gelbe Seiten Kino-Skill (in Zusammenarbeit mit De Te Medien) auf der Bühne zu sehen war, um den Alltag eines Echo-Nutzers zu veranschaulichen. Da fühlt man sich gleich ganz anders und ist auch ein bisschen stolz darüber ;).

Zwar sind stimmliche Benutzerschnittstellen genauso Interfaces, sie verursachen jedoch durch eine dynamischere und reichere User Experience deutlich weniger Reibungspunkte als klassische Schnittstellen und schaffen so ein allmähliches Verschwimmen der Grenzen von Technologie wie wir sie kennen. Sprachassistenten wie Alexa erreichen Menschen dort, wo sie sich befinden: im Auto, Zuhause oder sonstigen Gebäuden: Ein offenes Ökosystem, das Nutzer schätzen und schnell adaptieren. So fasste Rousseau seinen Talk mit einer eindeutigen Nachricht zusammen: „We have to put the customer first. With VUIs we generate various personal and natural approaches to the user. We believe voice represents the next major disruption in computing.“

Und eben diese Überzeugung wird bei einem kleinen Erkundungsgang auf dem Messegelände deutlich: Sprachassistenz hält auch in immer mehr Haushaltsgeräte Einzug. Dank Alexa gehorchen Wasserkocher, Garagentor, Überwachungskamera und Co. jetzt auf’s Wort: „Alexa, sauge mein Wohnzimmer.“ Und ohne den Finger krumm zu machen saugt der Alexa-integrierte Staubsauger eifrig den Staub unter den Füßen weg. Die Entwicklung hin zum Smart Home bestätigt auch eine Studie von Futuresource, laut derer sich 30% der Befragten einen Voice Assistant in den nächsten sechs bis 12 Monaten zulegen würden. Dann werden Lichtschalter und Co. bald wohl überflüssig werden!